Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Weiteres zu den #ukriots

Auf Freie Radios findet man ein Interview mit Karl-Heinz Roth zu den #ukriots und dem Essay „Der Kommende Aufstand“.

Boardgames – Nerd-Kram

Der Hit des Tages!

DKP bedauert peinliche Panne bei Schulanfängeraktion

01.09.2010: Wie in jedem Jahr verteilten Mitglieder der DKP auch heute vor den Schulen des Essener Nordens Schultüten zur Einschulung. Was wie immer für alle Beteiligten zu einem Spaß werden sollte, wurde im Nachhinein für viele Eltern und die DKP zu einem echten Ärgernis.
Fleißige ehrenamtliche Hände von älteren Mitgliedern der DKP hatten in den vergangenen Wochen den Inhalt der Schultüten gekauft und gepackt. Darunter waren auch bunte Kugelschreiber mit einer Taschenlampenfunktion, wie zumindest die eifrige Rentnerin glaubte, die sie nichtsahnend bei einem Discounter in Recklinghausen erworben hatte.

Reingelegt

Die vermeintliche Taschenlampenfunktion entpuppte sich dann aber als eine Diaprojektorfunktion, die eine Dame in eindeutig erotischer Darstellung an die Wand wirft.
Eltern wie DKP bemerkten dies leider erst nach der Verteilaktion. Die DKP bedauert dies zutiefst und ist empört, wie derartiges, an Pornographie grenzendes Material in normalen Läden und ohne besonderen Hinweis über die Theke verkauft werden kann. Dieses gehört weder auf die Ladentheke noch in Kinderhände. Die DKP lässt derzeit durch ihre Anwälte prüfen, inwieweit ggf. strafrechtlich gegen den Verkäufer vorgegangen werden kann.
Die DKP bietet allen Kindern (Eltern) an, die Stifte gegen ordentliche Stifte auszutauschen. Die betroffenen Eltern werden gebeten, sich mit dem Kreisbüro der DKP Telefon 23 56 45 oder per Mail dkp.essen@dkp-essen.de in Verbindung zu setzen.

Pressemitteilung , DKP Kreisvorstand Essen

Etappe 8 – Die Alpen

Alpenetappe

Die Bedrückung der Verhältnisse…

Mal wieder was aus Griechenland…

ak – analyse & kritik – zeitung für linke Debatte und Praxis / Nr. 550 / 21.5.2010
Die Bewegung ist wie gelähmt
Griechenlands Linke nach der Tragödie des 5. Mai

Am Morgen des 5. Mai sah es so aus, als würde die europäische Krisenpolitik erstmals auf breiten Widerstand treffen. In Griechenland folgten hunderttausende dem Aufruf zum Generalstreik und gingen auf die Straße. Am Abend war diese Bewegung verstummt. Bei einem Brandanschlag auf eine Bankfiliale waren drei Angestellte in den Flammen ums Leben gekommen. Über die Situation nach dem 5. Mai sprachen wir mit Olga Lafazani und Giorgos Maniatis vom Netzwerk für soziale und politische Rechte (DIKTIO). Wir dokumentieren außerdem auszugsweise eine Erklärung aus dem anarchistischen Spektrum, die kurz nach dem tragischen Vorfall auf der englischen Webseite Occupied London erschien. (siehe Kasten)

ak: Die Nachrichten aus Griechenland sind alles andere als gut. Das Land ist bankrott, und die EU (allen voran Deutschland) hat ihre Finanzhilfen an ein radikales Sparprogramm geknüpft. Der 5. Mai sollte der Auftakt der Proteste gegen die drakonischen Maßnahmen werden. Doch am Rande der Demonstration wurde eine Bankfiliale in Brand gesetzt, drei Angestellte starben. Könnt ihr die Ereignisse aus eurer Sicht schildern?

Giorgos Maniatis: Die Demonstrationen vom 5. Mai waren die größten seit dem Ende der Diktatur 1974. Die Gewerkschaften hatten zum Generalstreik aufgerufen, allein hier in Athen kamen mehr als 200.000 Menschen zusammen. Auch in anderen Städten fanden große Kundgebungen statt. Die Demo in Athen war riesig, kraftvoll und sehr wütend! Es war die erste richtige Reaktion auf das Sparprogramm der griechischen Regierung, der EU und des IWF. Die Maßnahmen sehen drastische Einschnitte bei Löhnen, Gehältern und Pensionen vor. Auch die Arbeitsbedingungen und sozialen Rechte aller Lohnabhängigen geraten unter Beschuss.

Olga Lafazani: Die Demonstration ging durch die Stadiou Straße, eine der großen Straßen im Stadtzentrum. Ein kleiner Teil der DemoteilnehmerInnen attackierte Gebäude entlang der Strecke und setzte sie in Brand, unter anderem einen Supermarkt, einen Buchladen und eben die Marfin Bank. Die Bank befindet sich in einem alten Gebäude, in dem auch eine Menge Holz verbaut ist. Sie hat keine Notausgänge und keinen Feuerschutz. Die Gewerkschaft der Bankangestellten hat in einer Erklärung darauf hingewiesen, dass die Beschäftigten trotz des Generalstreiks gezwungen worden sind, zur Arbeit zu kommen. Die Bank drohte, alle zu entlassen, die am Streik teilnehmen. Als das Feuer ausbrach, konnten sich die meisten Beschäftigten durch Sprünge auf die Balkone der angrenzenden Gebäude retten. Aber drei haben es nicht geschafft.

GM: Es gibt eine Gemeinsamkeit bei den Angriffen, von denen Olga gesprochen hat und zwar die völlige Gleichgültigkeit, ob sich jemand in den Gebäuden aufhält. Tatsache ist: Darüber würde heute niemand reden, wenn am 5. Mai nicht drei Menschen gestorben wären.

OL: Was an diesem Tag passiert ist, war vorhersehbar. Es hätte schon bei vielen Demonstrationen passieren können. Man muss dazu sagen, dass es in den sozialen Bewegungen in Griechenland schon immer einen starken militanten Flügel gab – aber auch einen großen Respekt vor Menschenleben. In den letzten Jahren und besonders seit Dezember 2008 hat sich in Teilen der anarchistischen Bewegung aber eine militante Eigendynamik entwickelt. Im Namen eines radikalen Angriffs auf den Staat und inspiriert vom Spektakel der Revolte – und einer Revolte als Spektakel – hat dieser Teil der Bewegung seine Interventionen auf Straßenschlachten mit der Polizei und Attacken gegen die Symbole des Kapitalismus reduziert. Sie kümmern sich nicht darum, ob ihre Aktionen der Bewegung schaden oder nutzen.

Ich denke aber, der Tod der drei Bankangestellten ist nicht allein dieser Strömung anzulasten. Die ganze Bewegung ist dafür verantwortlich, alle, die das haben kommen sehen, aber nichts unternommen haben. Also auch wir.

Was denkt ihr, was die Bewegung hätte tun sollen?

OL: Ja, was hätte sie tun sollen… Zunächst einmal ist festzuhalten, dass es in den letzten Jahren praktisch keinerlei Diskussion über Strategien und Mittel, über Gewalt und Gegengewalt gegeben hat. Man kann sogar sagen, dieser Diskussion wurde bewusst aus dem Weg gegangen. Zugleich ist die Toleranz gegenüber militanten Praktiken gewachsen, selbst wenn sie letztlich unpolitisch waren. Nach dem Schock der ersten Tage hat nun eine sehr ernste selbstkritische Diskussion begonnen. Einer der ersten Texte, der in diesem Zusammenhang auftauchte, war der von Occupied London. (siehe Kasten) Er trifft den Nagel auf den Kopf. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass es nicht nur bei der Produktion von Texten bleibt. Aus der Diskussion müssen neue Ideen und neue Aktionsformen entstehen. Andernfalls wären sie nichts als Beruhigungspillen für das Gewissen der Aktiven.

Die Bewegung in Griechenland ist nach dem tragischen Ereignis zum Stehen gekommen. Die Toten, so meinen manche, werden ihre Schatten auf künftige Proteste werfen. Was denkt ihr: Hat der Brandanschlag die Bewegung abgewürgt?

GM: Wenn die Polizeirepression einerseits und die exzessive Gewalt von Teilen der DemonstrantInnen andererseits viele Menschen davon abhält, auf die Straße zu gehen, muss man wohl davon ausgehen, dass der Tod dieser drei Menschen Teile der Gesellschaft von den sozialen Bewegungen entfremden wird. Eine Bank anzuzünden, ist an sich ja nicht verkehrt und kann gerechtfertigt sein. Aber die Gleichgültigkeit gegenüber den Angestellten ist eine schwere Bürde.

Hinzu kommt, dass Regierung und Medien das Ereignis benutzen, um die Proteste zu kriminalisieren. Sie schüren die Angst und versuchen, die Wut, die es in der Gesellschaft gibt, umzuleiten. Die Regierung nutzt nun die Gelegenheit zu einem groß angelegten Repressionsmanöver nicht bloß gegen die DemonstrantInnen, sondern gegen die radikale Bewegung überhaupt. Vor allem besetzte Häuser und die selbstorganisierte Infrastruktur der anarchistischen Bewegung geraten ins Visier.

Auch euer Büro wurde von der Polizei gestürmt …

GM: Ja. Wir betreiben ein offenes soziales Zentrum, in dem sich eine ganze Menge verschiedener Leute treffen: antirassistische und antimilitaristische Gruppen, schwullesbische und Queer-AkivistInnen, aber auch MigrantInnen, die die kostenlosen Sprachkurse besuchen. Deshalb war unser Zentrum immer ein schwer zu kriminalisierender Ort, es war nie auf eine kleine linke Szene beschränkt. Im Angriff auf unser Zentrum drückt sich genau der Versuch der Regierung aus, die Gelegenheit dazu zu nutzen, um die Bewegung im weiteren Sinne zu kriminalisieren.

OL: Man darf aber auch nicht vergessen, was auf die Leute in Griechenland zukommt: Wir haben es immerhin mit einem massiven Angriff auf den Lebensstandard von Millionen Menschen zu tun. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass das Ereignis den Protest gegen die totale Herrschaft des Marktes, die hier gerade eingeführt wird, komplett ersticken wird.

Könnt ihr uns vielleicht einen kurzen Überblick über die griechische Linke geben?

OL: Grob gesagt teilt sich die griechische Linke in einen parlamentarischen Teil, eine außerparlamentarische antikapitalistische Strömung und die anarchistische Bewegung. Die Kommunistische Partei Griechenlands (KKE) hat bei den letzten Wahlen gut acht Prozent der Stimmen bekommen. Sie hält an den starren Formen der alten KP-Tradition fest und steht für einen dogmatischen und auch sektiererischen Politikstil. SYRIZA ist ein Bündnis zwischen reformistischen Linken und linksradikalen antikapitalistischen Gruppen. SYRIZA hat bei der letzten Wahl vier Prozent der Stimmen bekommen und ist ebenfalls im Parlament vertreten. Ein weiteres wichtiges Bündnis der außerparlamentarischen Linken ist ANTARSYA. Es besteht vor allem aus maoistischen, trotzkistischen und anderen linken Gruppen. Die AnarchistInnen sind ebenfalls ein wichtiger Teil der Bewegung – auch wenn sie sich selbst nicht als Teil der Linken begreifen. Diese Strömung ist in den letzten Jahren gewachsen. Zwischen all den Gruppen gibt es kaum Zusammenarbeit oder gemeinsame Kampagnen. Aber natürlich treffen sich alle bei den Demonstrationen auf der Straße.

Wo kann man DIKTIO in dieses Panorama einsortieren?

GM: Unsere Gruppe DIKTIO – Netzwerk für soziale und politische Rechte ist eine linke Gruppe, die sich mit Themen wie staatlicher Repression, politischen Gefangenen, Rechten von Minderheiten und MigrantInnen etc. befasst. DIKTIO gehört zum linksradikalen antikapitalistischen Spektrum.

Und wer hat sich an den Protesten vom 5. Mai beteiligt?

GM: Die linken Strömungen haben natürlich alle daran teilgenommen. Aber das Besondere an der aktuellen Situation ist, dass die Regierungsmaßnahmen wirklich den Großteil der Bevölkerung betreffen – mit verheerenden Folgen. Deshalb haben sich viele ArbeiterInnen und andere Lohnabhängige an der Demonstration beteiligt, sei es als Gewerkschaftsmitglieder oder als SympathisantInnen der verschiedenen Gruppen und Parteien.

Bei der Dezember-Revolte vor eineinhalb Jahren gab es viel Sympathie für die protestierenden Jugendlichen, obwohl die Bewegung sehr militant vorging. Wo liegt der Unterschied zwischen der Revolte damals und den heutigen Protesten?

OL: Im Dezember 2008 hatten wir es mit einer Jugendrevolte zu tun. Dass sich so viele an den Ausschreitungen beteiligt haben, war Ausdruck davon, dass viele Jugendliche eine Riesen-Wut im Bauch hatten. In der Revolte drückte sich ihre ganze Perspektivlosigkeit und prekäre Lage aus. Deshalb verbreitete sich die Revolte wie ein Lauffeuer durch die griechischen Städte. Allerdings hatte diese Bewegung keine klar formulierten politischen Ziele oder Forderungen.

Heute ist die Situation eine völlig andere. Gegen die Sparmaßnahmen ist eine große Bewegung auf die Straße gegangen, die ein viel breiteres gesellschaftliches Spektrum umfasst. In dieser Bewegung agieren die Kleingruppen mit ihrer auf die Spitze getriebenen Militanz als „Randale-Spezialisten“. Nur dass sie die Forderungen der anderen DemonstrantInnen schlicht nicht berücksichtigen.

Was glaubt ihr, wie es nun weitergeht?

GM: Eins ist sicher: Innerhalb der radikalen Bewegungen wird sich einiges verändern. Ich habe die Hoffnung, dass die Debatte, die jetzt beginnt, zu einem Umdenken führt und dazu, dass neue Strategien und radikale Aktionsformen entstehen, die eine Verbindung zu den Bedürfnissen und Forderungen einer auf breiterer Front mobilisierten Bevölkerung herstellen. Wenn das gelingt, könnte das die Bewegung auf lange Sicht sogar stärken.

Antwort auf Andi

Die AG 5 aus Marburg hat eine Antwort auf den Verfassungsschutzcomic Andi erarbeitet. Das Mandi-Comic findet ihr hier.
Mandi

Mein neues Nerd-Hobby

Warhammer: Invasion The Card Game is a two-player card game of intense warfare, clever kingdom management, and epic questing. Players must carefully allocate their resources as they seek to build their kingdom, complete quests, and attack the enemy’s capital. Games play out in 25-45 exciting minutes.

Will you play the indestructible grudge-bearing Dwarfs, the shrewd and manoeuvrable Empire, the savage and destructive Orcs, or the entropic and mutating forces of Chaos? Or will you cleverly craft an alliance, playing the combined might of the forces of either Order or Destruction?

Warhammer Invasion LCG Core Set contains:

* 1 Rulebook
* 220 Cards representing 4 factions
* 4 Capital Boards
* 35 Resource Tokens
* 60 Damage Tokens
* 4 Burning Tokens

Battle Packs:

The Corruption Cycle:
* Warhammer: Invasion – The Skavenblight Threat
* Warhammer: Invasion – Path of the Zealot
* Warhammer: Invasion – Tooth and Claw
* Warhammer: Invasion – The Deathmaster’s Dance
* Warhammer: Invasion – The Warpstone Chronicles
* Warhammer: Invasion – Arcane Fire

The Enemy Cycle:
* Warhammer: Invasion – The Burning of Derricksburg
* Warhammer: Invasion – The Fall of Karak Grimaz

Deluxe Expansions:

* Warhammer: Invasion – Assault on Ulthuan

Vor 40 Jahren ging Ulrike Meinhof in den Untergrund

Und wieder einmal ein historisches Ereignis auf diesem wundervollen Blog. Den Hinweis verdanke ich dem Neuen Deutschland. Anlässlich des Jahrestages der Baader Befreiung dokumentiere ich die Erklärung der Roten Armee Fraktion zu diesem Anlass. Die Befreiung war der Anfang des Aufbaus der Metropolenguerilla und der Versuch den bewaffneten Kampf auch in der BRD als politisches Mittel zu etablieren.

5. Juni 1970 in „883″

Die Rote Armee aufbauen!

Genossen von 883 – es hat keinen Zweck, den falschen Leuten das Richtige erklären zu wollen. Das haben wir lange genug gemacht. Die Baader-Befreiungs-Aktion haben wir nicht den intellektuellen Schwätzern, den Hosenscheißern, den Allesbesser-Wissern zu erklären, sondern den potentiell revolutionären Teilen des Volkes.

Das heißt denen, die die Tat sofort begreifen können, weil sie selbst Gefangene sind. Die auf das Geschwätz der »Linken« nichts geben können, weil es ohne Folgen und Taten geblieben ist. Die es satt haben! Den Jugendlichen im Märkischen Viertel habt ihr die Baader-Befreiungs-Aktion zu erklären, den Mädchen im Eichenhof, in der Ollenhauer, in Heiligensee, den Jungs im Jugendhof, in der Jugendhilfsstelle, im Grünen Haus, im Kieferngrund. Den kinderreichen Familien, den Jungarbeitern und Lehrlingen, den Hauptschülern, den Familien in den Sanierungsgebieten, den Arbeiterinnen von Siemens und AEG-Telefunken, von SEL und Osram, den verheirateten Arbeiterinnen, die zu Haushalt und Kindern auch noch den Akkord schaffen müssen – verdammt!

Denen habt ihr die Aktion zu vermitteln, die für die Ausbeutung, die sie erleiden, keine Entschädigung bekommen durch Lebensstandard, Konsum, Bausparvertrag, Kleinkredite, Mittelklassewagen. Die sich den ganzen Kram nicht leisten können, die da nicht dran hängen. Die alle Zukunftsversprechen ihrer Erzieher und Lehrer und Hausverwalter und Fürsorger und Vorarbeiter und Meister und Gewerkschaftsfunktionäre und Bezirksbürgermeister als Lügen entlarvt haben und nur noch Angst vor der Polizei haben. Denen – und nicht den kleinbürgerlichen Intellektuellen – habt ihr zu sagen, daß jetzt Schluß ist, daß es jetzt los geht, daß die Befreiung Baaders nur der Anfang ist!

Daß ein Ende der Bullenherrschaft abzusehen ist! Denen habt ihr zu sagen daß wir die Rote Armee aufbauen, das ist ihre Armee. Denen habt ihr zu sagen, daß es jetzt losgeht. -Die werden nicht blöde fragen, warum gerade jetzt? Die haben die tausend Wege zu Behörden und Ämtern schon hinter sich – den Tanz mit Prozessen –, die Wartezeiten und -zimmer, das Datum, wo es bestimmt klappt und nichts geklappt hat. Und das Gespräch mit der netten Lehrerin, die die Überweisung an die Hilfsschule dann doch nicht verhindert hat und der hilflosen Kindergärtnerin, wo auch kein Platz frei wurde. Die fragen euch nicht, warum gerade jetzt – verdammt.

Die glauben euch natürlich kein Wort, wenn ihr selbst nicht mal in der Lage seid, die Zeitung zu verteilen, bevor sie beschlagnahmt wird. Weil ihr nicht die linken Schleimscheißer zu agitieren habt, sondern die objektiv Linken, habt ihr ein Vertriebsnetz aufzubauen, an das die Schweine nicht rankommen. Quatscht nicht, das sei zu schwer. Die Baader-Befreiungs-Aktion war auch kein Deckchensticken. […]

Was heißt: Die Konflikte auf die Spitze treiben? Das heißt: Sich nicht abschlachten lassen. Deshalb bauen wir die Rote Armee auf. Hinter den Eltern stehen die Lehrer, das Jugendamt, die Polizei. Hinter dem Vorarbeiter steht der Meister, das Personalbüro, der Werkschutz, die Fürsorge, die Polizei. Hinter dem Hauswart steht der Verwalter, der Hausbesitzer, der Gerichtsvollzieher, die Räumungsklage, die Polizei. Was die Schweine mit Zensuren, Entlassungen, Kündigungen, mit Kuckuck und Schlagstock schaffen, schaffen sie damit. Klar, daß sie zur Dienstpistole greifen, zu Tränengas, Handgranaten und MPs, klar, daß sie die Mittel eskalieren, wenn sie anders nicht weiterkommen. Klar, daß die GIs in Vietnam auf Guerilla-Taktik umgeschult wurden, die Green-Berretts auf Folterkurs gebracht. Na und? Klar, daß der Strafvollzug für Politische verschärft wird.

Ihr habt klarzumachen, daß das sozialdemokratischer Dreck ist, zu behaupten, der Imperialismus samt allen Neubauers und Westmorelands, Bonn, Senat, Landesjugendamt und Bezirksämtern, der ganze Schweinkram ließe sich unterwandern, nasführen, überrumpeln, einschüchtern, kampflos abschaffen. Macht das klar, daß die Revolution kein Osterspaziergang sein wird. Daß die Schweine die Mittel natürlich so weit eskalieren werden, wie sie können, aber auch nicht weiter. Um die Konflikte auf die Spitze treiben zu können, bauen wir die Rote Armee auf.

Ohne gleichzeitig die Rote Armee aufzubauen, verkommt jeder Konflikt, jede politische Arbeit im Betrieb und im Wedding und im Märkischen Viertel und in der Plötze und im Gerichtssaal zu Reformismus, d. h.: Ihr setzt nur bessere Disziplinierungsmittel durch, bessere Einschüchterungsmethoden, bessere Ausbeutungsmethoden. Das macht das Volk nur kaputt, das macht nicht kaputt, was das Volk kaputt macht!

Ohne die Rote Armee aufzubauen, können die Schweine alles machen, können die Schweine weitermachen: Einsperren, Entlassen, Pfänden, Kinder stehlen, Einschüchtern, Schießen, Herrschen. Die Konflikte auf die Spitze treiben heißt: Daß die nicht mehr können, was die wollen, sondern machen müssen, was wir wollen.

Denen habt ihrs klar zu machen, die von der Ausbeutung der Dritten Welt, vom persischen Öl, Boliviens Bananen, Südafrikas Gold – nichts abkriegen, die keinen Grund haben, sich mit den Ausbeutern zu identifizieren. Die können das kapieren, daß das, was hier jetzt losgeht, in Vietnam, Palästina, Guatemala, in Oakland und Watts, in Kuba und China, in Angola und New York schon losgegangen ist. Die kapieren das, wenn ihr es ihnen erklärt, daß die Baader-Befreiungs-Aktion keine vereinzelte Aktion ist, nie war, nur die erste dieser Art in der BRD ist. Verdammt.

Sitzt nicht auf dem hausdurchsuchten Sofa herum und zählt eure Lieben, wie kleinkarierte Krämerseelen. Baut den richtigen Verteilerapparat auf, laßt die Hosenscheißer liegen, die Rotkohlfresser, die Sozialarbeiter, die sich doch nur anbiedern, dies Lumpenpack.

Kriegt raus, wo die Heime sind und die kinderreichen Familien und das Subproletariat und die proletarischen Frauen, die nur darauf warten, den Richtigen in die Fresse zu schlagen. Die werden die Führung übernehmen. Und laßt euch nicht schnappen und lernt von denen, wie man sich nicht schnappen läßt – die verstehen mehr davon als ihr.

Die Klassenkämpfe entfalten. Das Proletariat organisieren.
Mit dem bewaffneten Widerstand beginnen!

DIE ROTE ARMEE AUFBAUEN!

von http://www.rafinfo.de/index.php

Fall von Saigon

Am 30.4. vor 35 Jahren endete der Vietnamkrieg mit dem Fall Saiogons. Damit wurde endgültig besiegelt, dass die US-Armee einer Kombination aus linker Revolte im eigenen Land und antiimperialistischen bewaffneten Kampf unterliegen konnte. Kurzzeitig erschien es vielen möglich und logisch, dass der Imperialismus „nur ein Papiertiger“ sei.

Bei der Denver Post findet ihr eine beeindruckende Foto-Reihe:

http://bit.ly/c8axHn

Ein kleiner Vorgeschmack hier:

Vietnam Bild 140